Primär Progressive Aphasie (PPA)

Wenn die Sprache langsam (ver-)schwindet

Die Primär progressive Aphasie (PPA) ist eine erst wenig bekannte Demenzform mit langsam fortschreitenden Störungen der Sprache und gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen.

Das Durchschnittsalter bei Krankheitsausbruch variiert von Mitte 40 bis über 70 Jahren. Die Sprachstörung (Aphasie) bleibt über den gesamten Verlauf das führende, manchmal sogar lange Zeit das einzige Symptom der Erkrankung. Im Einzelnen variieren die vielfältigen Befunde zwischen den von PPA Betroffenen: Oft sind Schwierigkeiten der Wortfindung das erste Anzeichen. Die Patienten sprechen zunehmend weniger und auch langsamer, das Sprechen kann mühsam werden und es können Probleme im Satzbau (Grammatik), bei der Auswahl und Aussprache der Wörter (sogenannte semantische bzw. phonematische Paraphasien) sowie Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben auftreten.

Verursacht werden diese Erscheinungen durch einen chronisch fortschreitenden – nur regional ausgedehnten – Untergang von Nervenzellen der Hirnrinde. Die Gehirnschrumpfung betrifft bei PPA vor allem den linken frontalen Kortex sowie die Temporallappen, also die Regionen, in denen „Sprachzentren“ lokalisiert sind.

In den letzten Jahren kommen zunehmend Menschen mit PPA in unsere Praxis. Behandlungsziele sind einerseits kompensatorische Maßnahmen unter Einbeziehung der Angehörigen sowie Aufklärung, Beratung und Verdeutlichung von sprachaktivierenden Möglichkeiten. Eine spezifische Behandlungsform gibt es bisher nicht, dennoch wird sprachtherapeutische Unterstützung empfohlen mit dem Ziel eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu bewirken.

Menschen mit PPA behandeln wir oftmals in Kooperation mit der Gerontopsychiatrischen Ambulanz der LVR-Klinik Bonn und der Gedächtnisambulanz des KBFZ der Bonner Uniklinik.